Mein Vater spielte Akkordeon und Zither und hatte sich als junger Mann während seiner Schreinerlehre eine Geige gebaut. Er hat sein Leben lang gezeichnet und hat in Kirchenchor und Schützenverein die Bütten- und andere Festreden gehalten. Mit ca. 60 Jahren lernte er Gitarre spielen, mit 70 besuchte er Kurse in Aquarellmalerei. - Meine Mutter hatte einen unglaublich trockenen Humor und konnte wunderbar ironisch sein. Sie verfügte über ein riesiges Reservoir an Redensarten in ihrem rheinischen Dialekt.

Ich bin Kind meiner Eltern und so spielte ich im Kindergarten den Bräutigam der Vogelhochzeit, in der Grundschule fragten mich Mitschüler besorgt, ob es denn Aufgabe gewesen sei, den Aufsatz in Reimform zu verfassen - so, wie ich es getan hatte -, in der Realschule sang ich im Chor, im Gymnasium mimte ich u.a. den Odoaker im Großen Romulus, und beschrieb während Schulzeit und Studium eine Menge Papier in der Art des Automatischen Schreibens.

Auch mit 66 Jahren - im sogenannten Rentenalter - habe ich große Freude an Musik, Wort, Kunst, Fotografie, Tanz, Theater, gelungenen Veranstaltungen und gefeierten Festen. Kreativität, Kultur und Kunst sind zentrale Inhalte meines Lebens, sie verhelfen mir zu meiner Lebenskunst. Meine künstlerischen Aktivitäten verstehe ich als Ausdruck meiner Sicht auf die Welt, meiner Wahrnehmung des Lebens. Dabei interessieren mich gleichermaßen das Wesen bestimmter Phänomene wie auch bisweilen ihre Absurdität. - Das sind so meine EigenArten.